Landschaften werden in der Regel im Querformat aufgenommen. Dieses
steht für Ruhe, Ausgeglichenheit und Harmonie. Es geht aber auch
anders. Im Hochformat wirken Landschaften dynamischer.
Weitwinkelperspektiven verstärken diesen Effekt noch. Das Variieren des
Kamerastandpunkts eröffnet neue Perspektiven. Die Wirkung von Vorder-
und Hintergrund verändert sich. Selbst bei Landschaftsaufnahmen, bei
denen man wegen des großen Objektabstands eigentlich die Kamerahöhe
vernachlässigen könnte, lohnt es sich, die Perspektive zu wechseln. Ein
sehr niedriger Kamerastandpunkt bringt bodennahe Vegetation stärker mit
ins Bild und schafft eine deutlichere Staffelung des Bildinhalts. So
lässt sich auch der Vordergrund bewusst in die Bildgestaltung mit
einbinden und eine räumliche Bildwirkung erzielen. Niedrige
Kamerapositionen lassen sich immer finden. Schwieriger wird es, wenn
man aus der Vogelperspektive auf Motivjagd gehen will. Hier müssen
Hilfsmittel her: ein Baum, eine Mauer oder ein Felsvorsprung - wer sich
umsieht, findet meist einen geeigneten Standpunkt. Allein der schräge
Überblick kann viele Motive mit perfekter räumlicher Staffelung
kreieren. Nur zu hoch hinaus sollte man nicht gehen: Der Blick vom
Aussichtsturm direkt nach unten bringt kaum räumliche Wiedergabe. Hier
sollten Sie lieber auf einen niedrigen Sonnenstand warten, damit die
dann lang erscheinenden Schatten eine interessante Wirkung erzielen.
Sonst wirken solche Fotos flach, denn die Dimension der Tiefe fehlt
fast völlig.
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