Perspektiven für bessere Bilder

Zurück13.10.2005

Objektive werden grob in drei Brennweitenklassen unterteilt: Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektive. Das so genannte Normalobjektiv entspricht am ehesten dem menschlichen Sehen, denn bei Fotos mit einer solchen Brennweite erscheinen die abgebildeten Objekte bei einem üblichen Betrachtungsabstand genau so groß wie in der Realität.

Die Brennweite eines Normalobjektivs stimmt annähernd mit der Diagonale des Kleinbildfilms überein. Beim klassischen Kleinbildfilm mit 24 x 36 Millimeter entspricht dies zirka 43 Millimeter, folglich spricht man bei Objektiven zwischen 40 und 50 Millimetern Brennweite von „Normalobjektiven“. Kürzere Brennweiten ergeben größere genutzte Bildwinkel, auf dem Negativ ist dann im Vergleich zur Normalbrennweite mehr zu sehen (Weitwinkel), längere Brennweiten liefern eine vergrößerte Abbildung eines Motivs (Tele). Digitalkameras haben mit dem Phänomen der so genannten Brennweitenverlängerung zu kämpfen. Da die Sensor-Bilddiagonale in der Regel kleiner ist als die Filmdiagonale, verändert sich auch hier der effektiv genutzte Bildwinkel. So erreicht beispielsweise das analoge 50-Millimeter-Kleinbildobjektiv an einer digitalen Spiegelreflexkamera Werte, die mit einem analogen 75-Millimeter-Kleinbildobjektiv vergleichbar sind.

Weitwinkelobjektive:

Mit dem Einsatz von Weitwinkelobjektiven lässt sich ein größerer Teil des Bildes auf den Film beziehungsweise auf den Chip bannen. Häufig wird das Weitwinkel für Innenaufnahmen, Architektur- oder Landschaftsaufnahmen genutzt. Neben dem Vordergrund lässt sich auch der Bereich hinter dem eigentlichen Motiv scharf abbilden. Sich in unmittelbarer Nähe zum Objektiv befindende Motive, erscheinen verhältnismäßig größer als der Rest des Bildes. Doch bei dem Einsatz eines Weitwinkelobjektivs ist auch Vorsicht geboten. Dominiert der "scharfe" Hintergrund, kann die Aussage des Hauptmotivs ungeplant reduziert werden. Mit besonders starken Weitwinkelobjektiven – unterhalb von 20 Millimetern Brennweite – lassen sich gestalterisch sehr interessante Effekte erzielen.

Teleobjektive:

Teleobjektive beginnen bei einem Brennweitenbereich ab etwa 60 Millimeter und bilden einen deutlich enger begrenzten Bildwinkel ab. Mit Hilfe von Teleobjektiven lässt sich die Menge der dargestellten Details bewusst begrenzen. Bei großer Blende wirkt der Hintergrund verschwommen und richtet so die Aufmerksamkeit auf das Hauptmotiv. So eignet sich das Teleobjektiv besonders gut für die Porträtfotografie: Zum einen wird das Bild so komprimiert, dass sich die Gesichtszüge der zu porträtierenden Person gezielt herausarbeiten lassen, zum anderen kommt der Fotograf „ran ans Motiv“. Ein Vorteil, den Fotografen vor allem in der Tierfotografie schätzen.

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