Unerwünschte Bildeffekte

Zurück22.03.2006

Bei Motiven mit hohem Kontrastumfang, also sehr hellen und sehr dunklen Stellen im Bild, "fressen" die hellen Stellen sehr schnell aus. Die so genannten "Lichter" werden dann nur noch überzeichnet als weiße Flächen dargestellt. Feine Farbabstufungen, Verläufe, Muster und Strukturen gehen durch das Blooming verloren.

Die Ursache dafür liegt in der Bauweise älterer CCD-Sensoren. Deren einzelne lichtempfindliche Sensor-Elemente nehmen nur eine begrenzte durch die Helligkeit (oder genauer gesagt Photonen) verursachte Ladungsmenge auf. Wird diese Ladungsmenge überschritten, gibt das Sensor-Element die übrigen Ladungen an die benachbarten Elemente ab. Auch diese können die durch die Helligkeit freigesetzte Ladungsmenge nicht kompensieren und der Blooming-Effekt breitet sich aus. Bei modernen Sensoren gibt es verschiedene Antiblooming-Techniken, die diesen Effekt unterdrücken. Bemerken Sie bei der Bildkontrolle, dass auf ihrem Bild Blooming zu finden ist, dann versuchen Sie bei einer zweiten Aufnahme möglichst aus dem selben Winkel und denselben Ausschnitt zu fotografieren. Belichten Sie nur diesmal auf die hellste Stelle im Bild, damit diese durchgezeichnet wird. Nun werden zwar ihre dunklen Bildbereiche unterbelichtet aber mittels Bildbearbeitung und Sandwichtechnik am PC können die erste und die zweite Aufnahme zusammengefügt und korrigiert werden.

Ein weiterer Bildfehler ist der Aliasing-Effekt. Diesen erkennt man an dem Treppenverlauf bei Farbübergängen und an den gezackten Rundungen bei Schriften, Kurven, Kreisen oder Linien. Dieser Bildfehler entsteht durch das Überlagern von Mustern. Ein Beispiel für einen Aliasing-Effekt ist das Moiré. Dieser tritt dann auf, wenn Motive oder Bilder mit periodischen Strukturen (karierte Hemden, Rasterbilder) fotografiert werden. Vermeiden kann man solche Aliasing-Effekte nicht. Bei aktuellen Kameramodellen werden sie aber durch einen simplen Trick unterdrückt: Die optische Auflösung des Objektivs bleibt einfach unter der Pixelauflösung. Die Optik bildet also ein wenig unscharf ab und dient somit als so genannter Tiefpassfilter. In der Bildbearbeitung kommt dazu häufig Anti-Aliasing-Software zum Einsatz. Diese berechnet und glättet Farbverläufe, Hintergrundfarben und Kanten, so dass Farbübergänge kontinuierlich und die Ränder von Schriften und Rundungen wieder fließend erscheinen.

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