Kameratechnik aus dem Profibereich hält zunehmend Einzug in die digitale Kompaktklasse. Eine dieser professionellen Technikfeatures ist die Bildstabilisierung, ein Verfahren zur Vermeidung von Verwackelungsunschärfen.
Verwackler entstehen dadurch, dass bei einer Aufnahme eine zu lange Belichtungszeit gewählt wurde. Die Verwacklungsgrenze wird durch die so genannte Reziprokregel festgelegt, die besagt, dass die kürzeste Belichtungszeit dem Kehrwert der Objektiv-Brennweite entspricht. Ein Beispiel: Mit einem 100-Millimeter-Objektiv liegt die Verwacklungsgrenze bei einer Belichtungszeit von 1/100 Sekunde. Fällt die Belichtungszeit unter die Verwacklungsgrenze kann der ISO-Wert erhöht werden, was aber auch zu einer Verschlechterung der Bildqualität führen kann. Gut , wenn die Kamera mit einem Bildstabilisator ausgestattet ist.
Drei unterschiedliche Verfahren kommen bei der
Bildstabilisierung zum Einsatz. Bei der mechanischen
Bildstabilisierung kommen externe Gyrosensoren zum Einsatz, die
Bewegungen ermitteln und neutralisieren. Die zweite Variante ist
die elektronische Bildstabilisierung, die eigentlich nichts anders
macht, als die Sensorempfindlichkeit zu erhöhen und so eine
kürzere Belichtungszeit zu erzwingen. Dieses "Hochsetzen" des
ISO-Wertes geht allerdings mit einer Verschlechterung der
Bildqualität einher. Die dritte Option ist die optische
Bildstabilisierung. Dabei kommen kleine Gyrosensoren zum
Einsatz, die die horizontalen und
vertikalen Verschiebungen ausgleichen. Dabei wird, je nachdem ob
die Bildstabilisierung in der Kamera oder im Objektiv erfolgt, der
Sensor unter dem Bildkreis beziehungsweise über dem Sensor
entgegen der Bewegungsrichtung verschoben. Je nach Typ und
Hersteller kompensiert die optische Bildstabilisierung bei bis zu
drei Blendenstufen und ermöglicht somit eine achtfach längere
Belichtungszeit.
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