Die urbane Welt ist
farbig. Trotzdem (oder gerade deshalb) machen
Schwarzweißaufnahmen in der Stadtfotografie
Sinn: Sie reduzieren die Bildaussage auf das
Wesentliche und lenken den Blick von der bunten
Oberfläche auf das "dahinter"
liegende Grundsätzliche, auf Grauschattierungen
und grafische Strukturen der Architektur etwa
oder das Agieren der Menschen innerhalb dieser.
Im Gegensatz zu Aufnahmen mit analogen Kameras
(bei denen Schwarzweiß-Prints inzwischen
teuerer sind als farbige) kostet Sie dieses
Experiment bei Ihrer Digitalkamera nur einen
Knopfdruck.
Auch der Einsatz des Sepiafilters kann reizvoll
sein: Er verleiht der Stadtszenerie die Atmosphäre
historischer Aufnahmen vom Anfang des letzten
Jahrhunderts. Wer es hingegen eher auf moderne
Verfremdungen abgesehen hat, sollte die verschiedenen
Farbfilter und Spezialeffekte seiner Kamera
ausprobieren: Mit Blau- und Rotfiltern lässt
sich die Bildaussage in Richtung einer kälteren
oder wärmeren Anmutung lenken; Verfremdungs-Effekte
wie "Solarisation" oder "Negativ"
geben ihr einen modernen oder psychedelischen
Touch. Auch wenn ihre Wirkung bei inflationärem
Einsatz schnell verflacht: So mancher Wirklichkeitsausschnitt
wird erst durch sie zum Motiv.
Grundsatz: Mit Filtern die Bildaussage
steuern!
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